Bienvenido!
Viva la Argentina!
Dies ist die Homepage zu meinem einjährigen Freiwilligendienst in Jujuy/Argentinien, wo ich
mit Kindern aus Armenvierteln arbeiten werde.
Hier kann man alles mögliche über mich, meine Trägerorganisation "WI e.V.", über Jujuy und über
meine dortigen Projekte erfahren.
Wenn Sie mich in meinem Vorhaben unterstützen
möchten, können Sie gerne etwas spenden oder
meine monatlichen Erfahrungsberichte abonnieren.
Besos y abrazos, Thimo
P.S.: Ich freue mich natürlich immer über Mails und Einträge in meinem Gästebuch.
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Aktuelles
Erfahrungsbericht Nr. 1

Tut mir leid, dass ich so lange nichts mehr im Blog geschrieben habe, aber man hat hier doch so einiges zu tun. Dafuer habe ich jetzt endlich meinen ersten Bericht beendet, den man sich hier runterladen kann.
Da er an eine breite Leserschaft gerichtet ist, kann es gut sein, dass er dem einen zu foermlich und dem anderen zu persoenlich erscheint. Ich hoffe aber mal es ist fuer jeden etwas dabei. Themen sind u.a. San Salvador de Jujuy, die Armenviertel, die Verkehrssituation, die Aufgaben eines Freiwilligen, kurze Vorstellungen der Sozialprojekte, meine Gastfamilie, Kulinarisches, die argentinische Mentalitaet, die Landschaft im Norden Jujuys etc.
Viel Spass beim Lesen!
Erste Eindruecke von Jujuy (23.-26. August 2009)

Wow! Umgeben von Bergmassiven liegt San Salvador de Jujuy – meine Heimat fuer ein Jahr. Obwohl ich von vielen Fotos schon eine Idee von der Stadt hatte, war ich in den ersten Tagen ueberwaeltigt von neuen Eindruecken.
Zuerst einmal faellt auf, dass ich hier einer der Wenigsten bin, der weiss ist (im Gegensatz zu Buenos Aires) und dementsprechend staendig angestarrt werde. Eine kleine Anekdote: Unsere Vorgaengerin bekam am ersten Tag nach unserer Ankunft eine SMS von ihrer Projektmitarbeiterin, dass Sie auf der Bruecke Weisse (uns!) gesehen habe, ob das die neuen Voluntarios seien.
Was noch auffaellt, ist die Offenheit der Menschen. Man kommt unglaublich schnell ins Gespraech und wenn ich nicht alles verstehe wird auch gerne wiederholt.
Unsere Vorgaenger haben sich ein volles Programm fuer uns ueberlegt, damit wir die Stadt und die Projekte kennenlernen. Heute waren wir z.B. zum ersten Mal in meinem Hauptprojekt, der Fundación Dar.Lo.Cab im Armenviertel “Belgrano”. Zwar gibt es dort befestigte Strassen und Steinwaende, die Armut ist jedoch sofort offensichtlich – schon durch die Abtrennung zur Innenstadt durch eine hohe Mauer oder die zahlreichen umherstreunenden Hunde. Auf Kleidung wird Wert gelegt, doch z.B. merkt man daran, dass ein paar Kinder Laeuse und Floehe haben, in welchen Verhaeltnissen sie leben.
Die Arbeit scheint recht anstrengend zu sein, schon allein weil man staendig 3-4 Kinder am Arm haengen hat. Es macht aber auf jeden Fall auch viel Spass, da viele der Kinder sehr zugaenglich sind, Huckepack genommen werden wollen, usw. Auch mit der Sprache klappt es beim Hausaufgaben erklaeren oder bei der Essensausgabe schon recht gut.
Diese Infos muessen fuers Erste reichen. Spaetestens in einem Monat kommt mein erster Erfahrungsbericht.
Erste Bekanntschaften mit Studenten in der Innenstadt Jujuys.
Ankunft (21.-22. August 2009)

Es ist Freitag morgen. Ein Flugzeug steigt in die Luft und verlaesst Frankfurt, um 14 Stunden spaeter endlich in Buenos Aires zu landen und 32 deutsche Freiwillige suedamerikanischen Boden betreten zu lassen.
Mit grossem blau-weissen Transparent und argentinischem “Besito” (Kuesschen) wurden wir dort von den BuenosAires-Freiwilligen empfangen und in ihre WGs eingeladenzum Empanada-Essen eingeladen.
Am naechsten Tag ging es mit dem proppevollen Bus ins Zentrum, vorbei an Wellblechhaeusern, Feuern, Schlamm und streunenden Hunden. Desto naeher wir der Innenstadt kamen, desto groesser und europaeischer wurden die Haeuser. In der Fussgaengerzone kommt man sich fast vor in Paris, waeren da nicht vereinzelte Tangotaenzer und Bettler. Am Interessantesten fand ich den “Plaza de Mayo”, auf dem fast durchgehend demonstriert wird.
Ohne dass etwas geklaut wurde traten dann wir Jujuy-FW gemeinsam mit den Bolivien-FW die 22stuendige (komfortable) Busreise durch die Pampa in den Norden Argentiniens an.
Irgendwann kann man die gerade Strasse und die karge, flache Landschaft der "Pampa" einfach nicht mehr sehen.
Vorbereitungsseminar (01.-15. August 2009)

Zwei unglaublich ereignisreiche, anstrengende und vor allem schöne Wochen sind nun vorbei: das Vorbereitungsseminar auf der Schwäbischen Alb.
Obwohl der Georgenhof wohl der sicherste Ort der Welt ist, hat er sich dafür bestens geeignet. Zahlreiche Referenten haben ihren Weg zu diesem idyllischen Plätzchen gefunden, unter anderem die ehemalige Justizministerin Frau Deubler-Gmelin, ein UN-Korrespondent und Frau Schwarzenbach-Apiti, die mich eindeutig am meisten beeindruckt hat. In ihrem Vortrag über die "Innere Kolonisierung", der uns in die Tradition früherer Kolonialisten stellte, brachte sie uns die sogenannte "schwarze Perspektive" näher. Durch ihre radikalen Ansichten brachte sie so manchen zum grübeln.
Neben Gefahrenworkshop, Theaterpädagogik und Menschenrechte-Vortrag, durften wir unter Anleitung einer Fakirin unsere Grenzen austesten, indem wir über Glasscherben liefen und uns auf ein Nagelbrett legten. Ich merke schon...das ist alles viel zu viel, um es hier wiederzugeben.
Deshalb fasse ich zusammen: Wir wurden intensiv auf das Ausland vorbereitet, haben einige neue Perspektiven erhalten, haben den Jahrgang und vor allem unsere WG-Mitbewohner viel besser kennengelernt und sehr wenig geschlafen.
Teamer (orange) und künftige Freiwillige (grün) glücklich vereint...
Zeitungsartikel (18. Juli 2009)
Endlich war jetzt der Artikel zu meinem Auslandsjahr in der Hersfelder Zeitung.
Zwar klingt er ein bisschen sehr idealistisch, schließlich kann ich den "Kampf gegen die Armut" mit meinen bescheidenen Mitteln auf keinen Fall gewinnen, insgesamt gefällt er mir aber recht gut. Vielen Dank an dieser Stelle an Laura Füßel.
Kooperationen und Ländertreffen (Juli 2009)

Einige Zeit ist vergangen und ich habe natürlich noch einige Projekte zur Finanzierung und Präsentation meines Freiwilligendienstes auf die Beine gestellt.
Beispielsweise habe ich mit den Kindern des Kindergartens "Zu den Heiligen Aposteln" auf dem Frauenberg und mit Kindern auf dem Sommerfest des BdP-Pfadfinderstammes "Wisent" sogenannte "Helfer-Herzen" bemalt. Diese kann man auf einen Tag eines von mir gestalteten Kalenders in der Zahnarzpraxis von Dr. Winges kleben und mit einer kleinen Spende somit symbolisch einen meiner Arbeitstage ermöglichen.
Außerdem durfte ich auf dem Gemeindefest der Martinskirche um Unterstützung bitten und meine Erfahrungsberichte werden dort ausgelegt (Dank gilt Herr Barthelmes). Desweiteren habe ich mein Vorhaben in der SV-Sitzung der Konrad-Duden-Schule vorgetragen und hielt anschließend vor einer interessierten 8. Klasse einen kleinen Vortrag.
Nach Spenden von der Sparkasse Hersfeld-Rotenburg, drude Logistik und Linde Ladenbau, hat mir nun auch das Logistikunternehmen libri Unterstützung angeboten. Und zwar werde ich im Herbst nächsten Jahres eine Wette mit libri abschließen (und gewinnen), die besagt, dass ich 50 Kinder mit Luftballon auf deren Gelände versammele, die dann ihre Wünsche nach Argentinien gen Himmel steigen lassen. Im August halte ich noch einen Vortrag vor Rotary.
Außerdem fand Anfang Juli das langersehnte Argentinien-Ländertreffen in Fulda statt. Nach einer rasanten Sommerrodelbahn-Fahrt auf der Wasserkuppe begaben wir uns zu meinem Mitfreiwilligen Igor, bei dem wir nach argentinischer Manier grillten und interessante Gespräche mit zwei Ehemaligen führen konnten. Am nächsten Tag wagten wir uns trotz durchgehendem Schauerregen nach Frankfurt zu einer Soli-Aktion und sammelten mit viel Elan immerhin 150 Euro. Auf jeden Fall war es eine gute Gelegenheit uns noch besser kennenzulernen - das Vorbereitungssemiar kann kommen!
Regenpause beim Spendensammeln mit der Argentinien-Gruppe in Frankfurt
Vorbereitung und Fundraising (Mai/Juni 2009)
Ein Freiwilligendienst funktioniert nicht einfach so, deshalb ist die Vorbereitung fast so wichtig wie das Jahr selbst. Dazu gehört Spanisch lernen, Visum beantragen, Kommunikation mit den Nachfolgern und mit der Organisation, Talente weiterentwickeln (z.B. Jonglieren und Zaubertricks lernen), sich auf das Land vorbereiten, Impfungen, usw.
Als größte Hürde empfinde ich allerdings das Fundraising, also das Spendensammeln. Bis Ende Juni muss ich mindestens 2000 Euro zusammenbekommen (plus die privaten Rücklagen, die nicht aus Spenden finanziert werden). Daher habe ich mir einige Aktionen überlegt und auch schon viele Leute angesprochen, was jedes Mal ein bisschen Überwindung kostet.
Durch Waffelverkauf, Flohmarkt, Spendenaufruf bei der Aufführung der Theater AG und das fleißige Verteilen von Flyern ist immerhin schon ein großer Teil geschafft. Vielen Dank allen bisherigen und zukünftigen Spendern!
Früh aufstehen lohnt sich: 70€ sind auf dem Flohmarkt zusammen gekommen.
Vortreffen in Obersulm (21.-24. Mai 2009)
Nach dem erfolgreich bestandenen Auswahlseminar, war ich nun wieder 4 Tage lang im schönen Obersulm. Denn hier fand - in einer Schule - das langersehnte Vortreffen aller ca. 80 angehenden Frewilligen der "Weltweiten Initiative" statt. Dazu kamen natürlich noch etliche Ehemalige und Betreuer, die uns bei der Vorbereitung unterstützen. Sprich: Volles Haus und immer was los!
Es gab ein Bomben-Programm: Kennenlernspiele, Spanischtest, Finanzvortrag, Kommunikations-Workshop, Schwimmen im Badesee, Ländergespräche, usw.
Das Highlight war sicherlich der Aktions-Samstag, an dem sich jeweils 3 Gruppen in die Fußgängerzonen von Stuttgart und Heilbronn aufmachten, um kreativ Spenden zu sammeln. Von Impro-Theater über Musizieren bis Akrobatik war alles dabei. Meine Wenigkeit durfte beim unglaublichen Publikumsmagneten - dem Männerballett - mitmachen und sich über verschiedenste Reaktion und vor allem gute Einnahmen freuen (insgesamt 3400€).
Insgesamt hat es riesig viel Spaß gemacht, alle Freiwilligen sind supernett und das Vortreffen hat mich nochmals in meiner Meinung bekräftigt, dass ich die goldrichtige Organisation gewählt habe. Und übrigens: Am 21. August geht mein Flug von Frankfurt nach Buenos Aires.
Klischee bestätigt: die Argentiniengruppe tanzt Tango. Und Nein, wir sind überhaupt nicht arrogant.
Freiwilligendienst
im Norden Argentiniens

